Der Fachberater


 



Das Jahr verabschiedet sich und auch der Garten will zur Ruhe kommen. Dafür treffen wir jetzt letzte Vorbereitungen. Auch wenn die vergangenen Winter recht mild waren, sollten wir trotzdem immer auf das Gegenteil vorbereitet sein. Das beruhigt unser Gewissen und reduziert Pflanzenausfälle.


Wenn noch Wasser vorhanden ist, gießen wir bei frostfreiem Wetter. Besonders zu berücksichtigen sind immergrüne Pflanzen (z.B. Formschnitthecken), sie verlieren auch im Winter über ihre Blätter Wasser. Aber auch junge und erst vor Kurzem gepflanzte Gehölze und Stauden können noch einmal ausgiebig angegossen werden. Dabei müssen wir darauf achten, dass auch die nächsten Tage frostfrei sind. Ansonsten gefriert das Gießwasser und drückt die Wurzelballen hoch, sodass der Bodenkontakt verloren geht. Daher bitte aufmerksam den Wetterbericht verfolgen!


Auch an den Winterschutz ist jetzt zu denken: Um so lange wie möglich ernten zu können, hilft bei Schwarzwurzel, Feldsalat, Spinat oder Zuckerhut eine doppelte Vliesabdeckung - sogar bis -5 °C! Über eine Decke aus Schafwolle, Laub, Nadelholzreisig oder Stroh freuen sich jetzt Rosen und mediterrane bzw. eher wärmeliebende Pflanzen, z.B. Rosmarin, Kiwi, junge Feigenbäume oder Artischocken. Haben wir Kübelpflanzen im Garten, sind diese ebenfalls gut einzupacken. Am besten gelingt das, wenn wir die Töpfe in größere Behälter (z.B. Körbe) stellen und den Zwischenraum mit Stroh oder trockenem Laub ausfüllen.


Im Dezember beginnt die Zeit für den Winterschnitt von Apfel, Birne, Pflaume und Beerenobst. Wir können aber auch noch bis Februar oder März warten. Dann ist die Zeit bis zum Verheilen der Schnittwunden nicht mehr ganz so lang. In jedem Fall ist darauf zu achten, dass es während des Schneidens nicht kälter als -4 °C ist. Wenn Sie sich nicht ganz sicher bezüglich der Schnittmaßnahmen sind, fragen Sie einmal den Fachberater Ihres Vereines oder Verbandes.


Um Rank- und Spalierpflanzen wie Kiwi, Wein, Apfel, Birne, Beerenobstspindeln oder Rosen sturmfest zu machen, kontrollieren wir die Bindestellen. Bereits eingeschnürte Bindungen sind zu lösen und zu erneuern, ebenso zu lockere Verbindungen. Die Pflanzenteile müssen fest mit Rankhilfe oder Spalier verbunden sein, um ein Scheuern zu vermeiden. Diese Verletzungen sind dann Eintrittspforten für Krankheitserreger.


Wer immer noch einen pflegeintensiven Rasen der Blütenwiese vorzieht, sollte jetzt noch einmal eine kaliumbetonte Düngung vornehmen. Kalium sorgt für eine gute Überwinterung der Grassorten, da es das Zellgewebe kräftigt. Und nur kräftige Pflanzen werden die nächsten Monate überleben.


Das gilt auch für unsere Vögel. Höchste Zeit also, im Garten die Vogelfutterstelle einzurichten. An schönen Tagen haben wir so die Möglichkeit für kurzweilige Beobachtungen. Außerdem bekommen wir einen Überblick über die anwesenden Vogelarten und können in Sachen Nistkästen nachrüsten. Vorhandene Nistkästen reinigen wir jetzt.


Nach all diesen Maßnahmen können wir beruhigt in die Winterpause gehen und uns auf die Feiertage vorbereiten. Ich wünsche eine entspannte Zeit, ein frohes Fest und einen riesigen Berg gartentauglicher Geschenke!
                
Jörg Krüger, Landesgartenfachberater