Der Fachberater 


Kräuterduft für kühle Tage

 

 

Für Tee und Gewürze können wir jetzt Kräuter

ernten. Einfach in Sträuße binden und an einem luftigen,

trockenen Ort aufhängen. Hier sehen wir Salbei,

Oregano und Englische Minze.

Foto: Krüger


Ein herrlicher Gartenmonat! Die Ernte an Obst und Gemüse, an Kräutern und Saatgut ist jetzt üppig, und die Pflegearbeiten sind überschaubar: Gießen, Hacken, Mulchen (Rasenschnitt, Brennnesselschnitt, Stroh), Porree anhäufeln für schöne weiße Schäfte und die Kulturschutznetze über Zwiebeln, Porree, Möhren und Kohl auf Dichtheit kontrollieren. Vielleicht noch ein Beet Erdbeeren pflanzen. Oder den Kompost umsetzen. Oder die Hecke schneiden?
                

Der Boden ist noch warm, so bieten sich auf abgeernteten Gemüsebeeten Anfang des Monats auch noch letzte Aussaaten an. Zu achten ist auf die Fruchtfolge und jetzt besonders auf frisches Saatgut: Für eine Nachsaat reicht die Zeit nicht mehr! Es bieten sich an Frühlingszwiebeln, Spinat, Feldsalat, Winter- und Herbstrettiche, Radieschen, Kerbel, Petersilie, Knoblauch, Porree, Winterpostelein und verschiedene Pflück-, Schnitt- und Asiasalate. Das Saatbett ist jetzt immer feucht zu halten! Und vor der Saat noch einmal mit Kompost oder einem organischen Volldünger zu versorgen (Neudorff Gartendünger, KleePura).
                

Alternativ dazu können wir Gründünger aussäen. Auf schwereren, lehmigen Böden am besten Phacelia oder Senfarten (Gelb, Weiß, Schwarz), auf sandigeren, leichten Böden lieber Leguminosen (Lupinen, Sommerwicken). Es gibt aber noch viele andere Gründüngungspflanzen: Ölrettich, Raps, Buchweizen und verschiedene Kleearten. Phacelia und Buchweizen sind gute Bienenweiden und spielen für die Fruchtfolge keine Rolle. Alle anderen Gründüngerpflanzen sind mit Gemüsearten verwandt und sollten in die Fruchtfolge von wenigstens vier Jahren pro Pflanzenfamilie (z.B. Kreuzblütler) integriert werden.
                

Gärtnern wir mit der Mischkultur, empfiehlt sich jetzt in frei gewordenen Lücken noch ein letztes Nachpflanzen - u.a. Winterkopfsalat, Endivien, Chinakohl, Pak Choi, Porree oder Kohlrabi sind sinnvoll. Wir können auch Frühjahrsblüher in die Lücken setzen! Die Zwiebeln vieler Pflanzenarten gibt es jetzt zu kaufen. Bei Wühlmausdruck bitte kleine Pflanzkörbe aus Kaninchendraht verwenden und die Stelle mit einem Stab markieren. Man merkt sich leider nicht alles. Im Frühjahr freuen sich die ersten Wildbienen über das Nahrungsangebot, z.B. bei Scilla.
                

Jetzt ist eine gute Zeit für den Schnitt der Brombeeren und der Sommerhimbeeren. Von den bodenbürtigen Neutrieben lassen Sie nur so viele stehen, wie Ihr Spalier bzw. Gerüst verkraftet (Brombeeren 3 bis 5 Triebe pro Pflanze, Himbeeren 10 Triebe je m), eventuell noch einen Reservetrieb. Die überzähligen Neutriebe werden direkt über dem Boden abgeschnitten. Seitentriebe, die vielleicht schon an den Neutrieben vorhanden sind, werden auf ein bis zwei Augen eingekürzt. So bleiben die Pflanzen auch im nächsten Jahr schön luftig. Gleich nach der Ernte werden auch die abgetragenen Altruten direkt über dem Boden entfernt. Die verbleibenden Neutriebe können dann am Spalier fixiert werden (Brombeere). Kranke Triebe entsorgen Sie bitte über den Hausmüll. Gesundes Material kann zerkleinert auf den Kompost.
                

Ausbleibende Spätfröste, eine regenfreie Blütezeit und gute Pflege waren beste Voraussetzungen für eine reiche Obsternte. Äste mit zu starkem Behang deshalb jetzt noch abstützen! Besser ist allerdings ein kräftiges Schütteln. Die herabfallenden Früchte erleichtern den Ast und die verbleibenden können sich umso besser entwickeln!
                

Viel Spaß beim Ernten und Konservieren! Und die Erholung nicht vergessen!
                
Jörg Krüger, Landesgartenfachberater